Liebe Mitglieder und Freunde des PMI Köln Chapter e.V.,

erstmalig hat Ihr Chapter am 20. Okt. eine hybride Chapter Veranstaltung mit großem Erfolg durchgeführt, um ein neues Format auszuprobieren, aber auch um die Corona Situation ein stückweit im Griff zu haben.

Dazu haben sich rund 50 Teilnehmer sowohl online als auch vor Ort im Industrie-Club in Düsseldorf eingefunden, um unseren Gastrednern, Michael Halm und Volker Hadas, und ihren Themen zu Projektmediation und agile Methoden gespannt zu lauschen und sich aktiv mit Fragen zu beteiligen.

„Mediation“ im Organisations- und Projekt-Umfeld

Michael Halm | hodges consulting

Den Anfang machte Michael Halm zum Thema Mediation. Dazu erläuterte er kurz die verschiedenen Phasen einer Konfliktanalyse und -bewältigung, um einen Konflikt zwischen zwei oder mehreren Stakeholdern innerhalb einer Organisation, aber auch außerhalb dieser zu bewältigen. Dabei muss für alle Stakeholder klar sein, dass sie gemeinsam eine Lösung suchen und dazu auf die Unterstützung einer außenstehenden Person, eines Mediators, angewiesen sind. Bei der Lösung eines Konfliktes spielen unterschiedliche Ebenen, die in Wechselwirkung zueinanderstehen, eine wesentliche Rolle: Wahrnehmungsfähigkeit, Gefühlsleben und Willensleben. Diese verschiedenen Ebenen gilt es bei allen Stakeholdern zu erkunden, um als Mediator überhaupt eine Lösung herbeiführen zu können. Hierbei sind persönliche Befindlichkeiten, Vorurteile oder das Nicht-anerkennen der eigenen Gefühle als Mediator zu erkennen und entscheidend zu beeinflussen, um eine gütliche Lösung eines Konfliktes zu erreichen. Dabei ist es wichtig, Konflikte möglichst früh zu erkennen, bevor sich eine Negativspirale bei allen Stakeholdern in Gang setzt, und eine gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung der gefundenen Lösung herbeizuführen, was natürlich auf das Geschick des Mediators zurückzuführen ist. Abschließend ging Herr Halm auf das Modell der gewaltfreien Kommunikation ein, um die Vorgehensweise einer Mediation noch stärker zu verdeutlichen.
Michael Halm, Coach und Persönlichkeitsentwickler sowie Geschäftsführer, hodges consulting, https://www.hodges.de
Michael Halm, Coach und Persönlichkeitsentwickler sowie Geschäftsführer, hodges consulting, https://www.hodges.de

CM201020: Michael Halm zur Projektmediation
CM201020: Michael Halm zur Projektmediation

Vor einer kurzen Pause ging Klaus Stephan, Präsident des PMI Köln Chapter e.V., auf die Entwicklung von Mitgliederzahlen, Weiterentwicklung des Boards und neue anstehende Termine ein.

„Wir wollen agil werden, aber wie?“

Volker Hadas

Im 2. Teil unseres Veranstaltungsabends ging es um agile Methoden und deren Einführung bei Unternehmen, die in puncto professionellem Projektmanagement bislang eher klassisch unterwegs waren. Hier erläuterte Volker Hadas unseren Teilnehmern, dass nicht jedes Unternehmen überhaupt dazu geeignet ist. Denn stellt ein Unternehmen eher Produkte her, die deterministisch vorhersagbar sind, so gehören diese Unternehmen bzw. deren Produkte gem. dem Cynefin-Modell zu dem Bereich „Obvious“ oder „Complicated“. Daher macht für diese Unternehmen eine Einführung von agilen Methoden wenig Sinn. Dies begründete Volker Hadas auch damit, dass komplexe Systeme nach dem Gesetz von Ashby nur genauso komplexe Steuerungen benötigen, um diese Systeme funktionstüchtig betreiben zu können. Im nächsten Schritt ging er auf den operativen Wertstrom in einem Unternehmen ein, bei dem auch drei Ebenen beteiligt sind: Koordinationsebene, Strategieebene und Geschäftsebene. Während die Strategieebene und die Geschäftsebene sich auf ihre Aufgaben konzentrieren, so stellte er heraus, benötigen Unternehmen zwangsläufig eine Koordination durch ein Management, die den Wertstrom steuert. Ohne Koordination ist das Dasein eines Unternehmens schnell besiegelt. Dann ging Volker Hadas auf Leanability ein, bestehend aus den folgenden Ebenen (Flight Level): Strategie, Ende-zu-Ende Koordination und operational Ebene. Dabei wird auf der höchsten Ebene – Strategie – immer mit neuen Lösungen experimentiert, um operational neben anstehenden Produktfreigaben weiterzukommen. Entscheidend ist dabei, so führte Volker Hadas fort, dass es auf allen drei Ebenen ein limitiertes Work-in-progress (WIP) gibt. Abschließend beschrieb er mit den Begrifflichkeiten und dem Zusammenspiel von Organisation, Vision und Ablauforganisation + Wertstrom ein Modell, welches er selbst in der Praxis anwendet, um Organisationen auf dem Weg zur Agilität zu führen.  

Volker Hadas, Project Manager und Agile Coach (Consultant) in Düsseldorf
Volker Hadas, Project Manager und Agile Coach (Consultant) in Düsseldorf

CM201020: Volker Hadas zur agilen Transformation
CM201020: Volker Hadas zur agilen Transformation

Wir danken unseren Gastrednern für ihre wertvollen Beiträge und allen Anwesenden für Ihre aktive Teilnahme an diesem Abend, der zu einem schönen Dialog geführt hatte. Darüber hinaus danken wir unseren Mitgliedern für das Sponsoring dieser außergewöhnlichen Veranstaltung und hoffen, Sie alle bald wieder gesund begrüßen zu können.

Vielen Dank

PMI Köln Chapter e. V.
www.pmicc.de
V.i.S.d.P. VP Finance & Sponsoring Robert Baumgartner, SAFe 5 Agilist, PMP, PMI-ACP, PRINCE2

Rückblick Projektmediation und der Wechsel zu agilen Methoden aus der Praxis vom 20.10.2020
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