16.03.2022 – Retrospektive „ImplAiX® – Aachener Implementierungsmodell für Business Software“

16.03.2022 – Retrospektive „ImplAiX® – Aachener Implementierungsmodell für Business Software“

Liebe Mitglieder und Freunde von PMG-G,

zu unserem Webinar begrüßte Robert Baumgartner, VP Finance & Sponsoring, Project Management Group – Germany (PMG-G) e.V., unsere Teilnehmer zu einem sehr beeindruckenden Vortrag, bei dem uns an diesem Abend das Aachener Implementierungsmodell für Business Software, namens ImplAiX®, durch unseren Gastredner, Peter Treutlein, Vorstand, Trovarit AG, vorgestellt wurde.

Peter Treutlein, Vorstand bei Trovarit AG, ist Business Coach, Managementberater, Projektleiter, Dozent und verantwortlich für den Bereich Business Development. Seine Schwerpunkte sind Software-Auswahl, Vergabe von Business Software Projekten, Einrichtung und Begleitung von Implementierungsprojekten, Coaching von Projektleitern, Mitglied im Lenkungskreis ERP/IT-Roadmap, IT-Strategie, Projektaudit und Projektsanierung.

WB220316: Peter Treutlein, Vorstand, Trovarit AG
WB220316: Peter Treutlein, Vorstand, Trovarit AG

Peter Treutlein

  • Qualifizierung
    • Mehr als 20 Jahre Erfahrung Auswahl, Vergabe und Implementierung von Business Software
    • Trainer für das Team Management Profil von Margerison-McCann
    • Business Coach (Gestalt und Orientierungsanalyse)
  • Schwerpunkte
    • Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien
    • Konzeption und Implementierung Multiprojektmanagement
    • Team- und Organisationsentwicklung
    • Dozent für Projektmanagement in Business Software Implementierungen

Peter Treutlein ging dabei so vor, dass er uns erst einmal einen Einblick in die Entstehung des Implementierungsmodells gewährt hat, bevor er dann zur Anwendung seines implementierten Modells überging.

Was ist denn überhaupt ein Implementierungsmodell?

Es unterstützt die richtige Auswahl einer geeigneten Business Software mittels eines systematischen Ansatzes zur Anforderungserfassung und -steuerung, begleitet Implementierungsprojekte aus Qualitätssicherungssicht und stellt ein stringentes Test und Change Management sicher. Dabei handelt es sich um keine Parametrisierung von Business Software wie bspw. das Customizing von SAP, sondern um die Einführung oder Migration von Business Software (SAP R/3 od. Business Suite zu S4/Hana).

Wie kam es zum Aachener Implementierungsmodell?

Hier präsentierte Peter Treutlein eine Vielzahl von SAP Implementierungsprojekten, die in den letzten 10 bis 15 Jahren scheiterten; alle mit großen Kundennamen und entsprechenden Budgets von mehrstelligen Millionenbeträgen. Als Hauptursache identifizierte er einen Zeitverzug, der wiederum vielerlei Ursachen haben konnte, aber letzten Endes immer zu unerwarteten Mehrkosten – bei 64 % aller Projekte lagen die Kosten über dem Budget – führte.

Dies war für ihn und sein Team Grund genug, sich rund 30 verschiedene Implementierungsmethoden von über 400 Softwaresystemhäusern mal genauer anzusehen, um weitere Ursachen zu identifizieren.

Exemplarisch stellte er uns, zwei Methoden vor: “Activate” von SAP und “Sure Step” von Microsoft Dynamics. Beide Methoden haben ein ähnliches Vorgehen, da sie phasenweise folgende Schritte bei ihrer Implementierung von Business Software durchlaufen: (1) Discover / Diagnostic, (2) Prepare / Analysis , (3) Explore / Design , (4) Realize / Development, (5) Deploy / Deployment und (6) Run / Operation. Dabei kommt eine klassische oder hybride Implementierungsmethodik zum Einsatz, doch unterstützen die meisten Methoden keine professionellen Werkzeuge für Projektmanagement, Konzepterstellung, Datenmigration und Testmanagement. Auch weiche Faktoren wie Teambildung, Konfliktmanagement, Gruppendynamik, Kommunikationsmanagement sind größtenteils nicht Bestandteil dieser Methoden. Alles Schwächen, die er und sein Team bei der Entwicklung eines eigenen Modells samt einer entsprechenden Softwareimplementierung mit ihrem eigenen Produkt, ImplAiX®, in den Griff bekommen haben.

Dazu stieg er mit uns direkt in die Methodik des Aachener Implementierungsmodells ein und wies uns auf die folgenden Phasen hin: Analyse, Auswahl, Vergabe, Initialisierung, Konzeption, Realisierung, Integration, Go-live, Betrieb und Abnahme. Dabei werden diese Phasen aus Kundensicht (Auftraggeber) softwaregestützt durchlaufen werden. In den Phasen Analyse, Auswahl und Vergabe geht es um die Beschreibung eines Leistungsumfangs (Anforderungen), der mittels eines Lastenheftes festgehalten und mit dem Kunden, aber auch mit Auftragnehmer (Hersteller od. Systemhaus) abgestimmt wird, sodass es bei einer positiven Vergabe zu einem Werkvertrag kommt.

Während der Initialisierungsphase werden Key-User des Kunden und des Auftragnehmers – bis zu 10 Personen kundenseitig und bis zu 5 Beratern vom Auftragnehmer – identifiziert und trainiert, um auf die nachfolgende Konzeptions- und Realisierungsphase vorzubereiten. Konzeption und Realisierung von Anforderungen werden i. d. R. agil bearbeitet, um aus rein wissensvermittlungstechnischen Aspekten heraus zu gewährleisten, dass anfängliche Konzepte möglichst schnell umgesetzt werden. Nachdem die Anforderungen realisiert sind und erfolgreich einen Funktionstest durchlaufen haben, gehen diese nach einem 4-8-wöchigen Sprint in einen Integrationstest über, um auch gegenüber multifunktionalen Interdependenzen zu bestehen. Sollte dies dann auch geschafft sein, dann steht ein Training von weiteren Anwendern an, die von den Key-Usern ausgebildet werden, bevor ein Go-live ausgesprochen und angegangen wird. Nach einer Probezeit von 2 bis 3 Monaten im Betrieb folgt abschließend eine Abnahme, um das ursprüngliche Lastenheft zwischen Kunden und Auftragnehmer an Hand der vorliegenden Resultate zu überprüfen.

Neben der Sicht „Methodik“ gibt es auch noch die Sichten „Projektteam“ und „Werkzeuge & Vorlagen“, um die einzelnen Projektphasen der Business Software Implementierung unterstützend zu begleiten. Bspw. kommen Team Assessment, Team Setup und Team Review als Bestandteil von „Projektteam“ aktiv bereits während der Initialisierungsphase zum Einsatz, um zu gewährleisten, dass ein Team sich zusammenfindet und performt und selbst Konflikte mittels eines Team Coachings aus dem Weg geräumt werden können.

Weitere kurze Einblicke gewährte uns Peter Treutlein in die Module Projektinitialisierug, Anforderungsmonitor und Testmanagement, um uns zu zeigen, was konkret hinter dem Implementierungsmodel steht und wie es angewandt wird, wobei er in der Kürze der Zeit nur auf Ansätze eingehen konnte, um uns zu zeigen, wie es funktioniert und wie bspw. ein Burn-down bzw. Burn-up Chart mit dahinterliegenden Storypoints generiert werden kann, um die zeitliche Entwicklung eines Projektes darzustellen.

Damit endete ein sehr eindrucksvoller Vortrag von Peter Treutlein mit Fragen zu seinem Geschäftsmodell und dem Umgang von Projektrisiken im Aachener Implementierungsmodell, die er uns gerne beantwortete.

Die PMG-G bedankte sich bei Peter Treutlein für seine Zeit, weil er sich insbesondere unterwegs zu einem Geschäftstermin befand und es sich nicht hat nehmen lassen, uns einen Einblick in sein Produkt, ImplAiX®, das Aachener Implementierungsmodell zu geben. Ein Dank an unsere Teilnehmer für ihr Interesse und ihre Zeit und natürlich auch an unseren Verein, der solche Gelegenheiten einfach kostenfrei möglich macht. Gerne können Sie sich als Mitglied von PMG-G, seine Präsentation aus unserem Downloadbereich herunterladen.

Wir freuen uns, Sie auch das nächste Mal bei uns wieder begrüßen zu können.

PDUs

Die Veranstaltung hat eine Gesamtdauer von 1 Stunde und ist grundsätzlich für den PDU Report berechtigt. Die Anerkennung liegt ausschließlich beim PMI – Project Management Institute – und kann über das CCRS getätigt werden: https://authentication.pmi.org

Sie können folgenden PDU beantragen.

TechnicalLeadershipStrategical and business management
0 PDU0 PDU1 PDU

Falls Sie sich beim Ausfüllen Ihres PDUs über CCRS nicht ganz sicher sind, folgen Sie einfach unseren Anweisungen unten:
https://www.pmg-g.de/beantragung-ihrer-pdus/

Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Im Namen des Boards von PMG-G und Mitautors dieses Artikels Markus Stechele
Robert Baumgartner, SAFe 5 SA+SGP, PMI-ACP, PMP, PRINCE2 FL
VP Finance + Sponsoring
www.pmg-g.de

*Gendern: Obschon in unserem Webartikel wegen der besseren Leserbarkeit und der Einfachheit halber auf eine geschlechtergerechte Formulierung unseres obigen Textes verzichtet wurde, sollen sich alle Geschlechter gleichermaßen damit gemeint und angesprochen fühlen, ohne Diskriminierung der eigenen persönlichen Neigung.

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